Presse  |  Impressum  |  Sitemap  |  Kontakt

TLZ am 19.08.11

Thüringer Dialekte beschäftigen Sprachwissenschaftler

Vielerlei Bratwürste: In welcher Vielfalt die Thüringer Dialekte allein das "Nationalgut" benennen, beleuchtet eine Jenaer Ausstellung näher.

  • Was bitte ist ein Anläufchen? "Na, 'ne Roster", würde vielleicht ein Dialektversierter antworten. Ist der Fragende des Ilmthüringischen nicht mächtig, wird er auch dies nicht verstehen. Im Stadtspeicher Jena wird das Rätsel aufgelöst: Eine Ausstellung widmet sich dort den Thüringer Dialekten.

Jena. So bezeichnen Anläufchen, Roster, Brotwörschtla alle eine Sache - die Bratwurst. Drei Indogermanistikstudentinnen der Universität Jena haben sich im vergangenen Semester unter der Leitung von Bettina Bock und dem Verein "Sprachwissenschaft im Dialog" mit dem Thüringischen Dialekten und der Schrift beschäftigt. Ihre Forschungsergebnisse präsentieren sie nun in der Ausstellung "Von A Brotwörschtla bis Zwetsche". Auf zahlreichen Tafeln werden anhand von Beispielen die regionalen Dialekte des Thüringischen aufgezeigt. Aufschlussreich ist, dass das Thüringische ein wenig über die Landesgrenzen hinaus geht. So zählt beispielsweise Coburg noch dazu. An einer Audio-Station können sich Besucher die einzelnen Regiolekte anhören. Mundarttexte laden dazu ein, sich ein wenig einzulesen. Schrift ist im Übrigen für die Verwaltung entstanden. "Es ging darum, aufzuzählen, wer wie viele Schafe, Ziegen oder Rinder hatte", sagt die Sprachwissenschaftlerin. Wie aus einfachen Schriftzeichen allmählich verschiedene Schriftarten wurden, auch diese Entwicklung zeigt die Ausstellung auf. Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober zu sehen. 

Stefanie Bühlchen