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Luise Schendel, Thüringer Allgemeine/ OTZ am 26.11.2011

Jenaer Galerie im Stadtspeicher zeigt Brecht im Kunstporträt

Jena. Seine "Dreigroschenoper" gilt als erfolgreichste deutsche Theateraufführung ihrer Zeit. Sein "Baal" wird immernoch regelmäßig in internationalen Schauspielhäusern interpretiert.

 

Die Rede ist von dem Lyriker, Dichter und Erzähler Bertholt Brecht, der der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vor einigen Jahren zum "größten Dramatiker des 20. Jahrhunderts" adelte. Bekannt wurde er vor allem durch seine nachdenklichen Werke mit "Augenzwinkern". Nun werden er und seine Arbeiten erneut interpretiert und persifliert.

 

Die Galerie Stadtspeicher zeigt vom 25 November bis 4. März zeitgenössische Porträts des Dichters und Bilder, die durch seine Werke beeinflusst wurden, Zu sehen sind zahlreiche Bücher, Aquarelle, Grafiken, Zeichnungen und Lithografien bekannter bildender Künstler, unter anderem von Paul Pribbermow oder von Horst Janssen. Die ausgestellten Werke stammen komplett aus der Sammlung des Jenaers Volkmar Häußler, der seit 50 Jahren seinen "Fundus" stetig durch geschickte Ankäufe vergrößert. Auslöser hierfür waren die Brecht-Studien seiner Frau, Dr. Inge Häußler, die die Leidenschaft ihres Mannes teilt.

 

Als sie erstmals Einsicht in die Schatzkammern Häußlers bekommen habe, musste sie angesichts der großen Zahl hochkarätiger Kunst und wertvollen Einzelstücken kapitulieren, sagt Katy Kasten-Wutzler. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Über zwei Etagen taucht der Besucher ein in Mackie Messers Welt und kann die Kunst auf ihre Brecht-Tauglichkeit hin überprüfen. "Uns ist wichtig, dass die Ausstellung von ihrem Umfang ebenso lebt, wie von ihren Lücken und Ambivalenzen", betont die Kuratorin mit einem brechtschen "Augenzwinkern".