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Frank Quilitzsch, TLZ am 23.11.2011

Erotisches zu Brechts "Baal": Jena zeigt Grafik und Buchkunst

Der Jenenser Volkmar Häußler sammelt seit vielen Jahren Bücher, Grafiken, originale Zeichnungen und Lithografien von bekannten bildenden Künstlern, die seit den 20er Jahren Brechts Werk und Wirkung thematisierten. Häußler war in den vergangenen Jahren ein zentraler Leihgeber für die großen Ausstellungen in Augsburg und Greiz.

Jena. Erstmals werden die Exponate nun in Jena gezeigt, wo die Sammlung zu Hause ist. In Jena war Brecht nie, und doch hat er dort Spuren hinterlassen: So wurde eines seiner Stücke, "Mann ist Mann", schon am 20. März 1928 im Theater der Stadt aufgeführt. Der damalige Leiter des Jenaer Kunstvereins, Walter Dexel, gestaltete das Plakat und entwarf die Bühnenbilder. Im Stadttheater, als "Haus Jena" Spielstätte des "Deutschen Nationaltheaters", wurden später die in Weimar inszenierten Brechtstücke gespielt, wie auf weiteren Plakaten zu sehen ist. Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena forschten zu Brecht. Dafür stehen Hochschullehrer wie Helmut Brandt, Hans Kaufmann und Joachim Müller (1906-86) oder die wissenschaftlichen Assistenten Inge Häußler und Detlef Ignasiak. Anhand wertvoller originaler Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken sowie illustrierter Bücher zeigt die Ausstellung, wie Brechtsche Textvorlagen zu ganz eigenen und immer wieder überraschenden Darstellungen animierten. Präsentiert werden z. B. Porträtzeichnungen von Emil Stumpp, Horst Janssen, Arno Mohr, Gabriele Mucchi, Caspar Neher, Herbert Sandberg, Gustav Seitz, Elizabeth Shaw, Hans Ticha und jüngere Porträtkarikaturen von Horst Hussel und Harald Kretzschmar.