25. November 2011 - 04. März 2012
Eine Ausstellung um die Kunst zu Bertolt Brecht und seinem Werk in Jena zu zeigen – wie passt das zusammen? Auch wenn Brecht nie in Jena war, er hat hier doch Spuren hinterlassen: Im Theater, in der Wissenschaft und im kulturellen Leben der Stadt. So wurde eines der frühen Stücke Brechts, „Mann ist Mann“, schon am 20. März 1928 durch die Spielgruppe der Volkshochschule Jena im Theater der Stadt aufgeführt. Der damalige Ausstellungsleiter des Jenaer Kunstvereins Walter Dexel gestaltete das Plakat und entwarf die gesamten Bühnenbilder.
Später, am 8. April 1967, wurde dieses Stück wieder im Stadttheater gezeigt, diesmal durch das „Junge Theater Jena“, das auch Szenen aus „Furcht und Elend des III. Reiches“ und den „Flüchtlingsgesprächen“ im Klubhaus in der Wagnergasse spielte. Im Stadttheater, als „Haus Jena“ Spielstätte des „Deutschen Nationaltheaters“, wurden die in Weimar inszenierten Brechtstücke gespielt. Dazu sind in der Ausstellung zwei Plakate.
Eine ganze Reihe Jenaer Künstler schufen Kunst zu Brecht, darunter Rainer Schumacher mit seinem Brechtbildnis auf der Titelseite von Heft No. 1 (November 1989) der Schülerzeitung „SPEKTRUM“ der ehemaligen Bertolt-Brecht-Schule.
Was lag da näher, als den günstigen Umstand zu nutzen, dass der Jenenser Volkmar Häußler über viele Jahre hinweg eine umfangreiche Sammlung von Grafik und Buchkunst zu Brecht zusammengetragen hat! Sie beinhaltet einen repräsentativen Querschnitt von Arbeiten bekannter deutscher und internationaler Künstler.
Ein Glanzstück bilden die erotischen Lithographien von Willi Sitte zum „Baal“; zur „Dreigroschenoper“, Lithographien und Holzschnitte von Josef Hegenbarth, Bernhard Heisig, Karl-Georg Hirsch, Max Schwimmer und Gustav Seitz; Zeichnungen und Graphiken von Albrecht von Bodecker, Fritz Cremer, Horst Janssen, Harald Kretzschmar, Arno Mohr, Gabriele Mucchi, Herbert Sandberg, Elizabeth Shaw, Hans Ticha, Heinz Zander, Baldwin Zettl und anderen, darunter viele Brechtporträts. Außerdem frühe Brecht-Erstausgaben.
Veranstaltungen in der Ausstellungszeit:
25. November 2011 - ab 18:00 Uhr Vernissage zur Langen Nacht der Wissenschaften
01.Dezember 2011 - 18:00 Uhr abendliche Sonderführung (ca. 45 min)
17. Dezember 2011- 11.00 bis 19.00 Uhr - KUNSTSTÜCKE im Stadtspeicher in vier Akten: Kunst, Tanz, Märchen und Führungen durch die Ausstellung
19. Januar 2012 - 18.00 Uhr Literarische Führung durch die Ausstellung mit Texte von und über Brecht mit Thomas Müller von FSU Jena (ca. 45 min)
10. Februar 2012 - ab 18.00 Uhr: 114. Geburtstag mit Rezitationen und Vortrag und dem Dokumentarfilm: Europas Erbe: Die größten Dramatiker - Brecht.